[ Orthopädie Schuhtechnik Landesverband Niedersachsen, Bremen ] Aktive Fußgesundheit
Passende Schuhe
Orthopädische Schuhe
· Maßfertigung
· Materialien
· Ästhetik
Einlagen
· Herstellung
· Einlagentypen
Schuhzurichtungen
· Zurichtungsarten
Fußpflege
· medizinische Fußpflege
· Podologie
· Orthonyxie
· Druckschutz
Kompressionstherapie
Prothesen/Orthesen
Diabetes
· Schuhe
· nicht geschädigte Füße
· geschädigte Füße
· Fußpflege bei Diabetikern
Fußdruckmessung
Sport und Spiel
LIV
· Kontakt
· Mitglieder
Mitglieder-Login
 
Impressum
Fußpflege bei Diabetikern

Die medizinische Fußpflege bei Diabetikern - Was ist das Besondere?

Die Füße von Diabetikern sind weitaus stärker gefährdet als die von Nichtdiabetikern. Kleinste Läsionen können zu größten Komplikationen führen. Das Risiko einer Fußgangrän ist beim Diabetiker 50mal höher als bei Menschen mit gesundem Stoffwechsel. Ungefähr jeder zehnte Zuckerkranke erleidet dieses Schicksal und muss in diesem Zusammenhang Gliedmaße amputieren lassen. 80% der Diabetiker mit einer Gangrän sind älter als 65, nur wenige jünger als 40 Jahre. Derartige diabetesbedingte Fußläsionen müssen in den meisten Fällen stationär behandelt werden. Ca 25 - 30% aller Krankenhauskosten, die für Diabetiker entstehen, werden durch Patienten mit diabetischem Fuß verursacht. Die in diesen Zahlen zum Ausdruck kommenden, in erster Linie persönlichen, aber auch medizinischen und volkswirtschaftlichen Probleme führen zu dem zwingenden Schluss, dass die Prophylaxe außerordentlich wichtig ist. Viele Probleme an den Füßen könnten vermieden werden, wenn das Wissen bei den Diabetikern über richtige Fußpflege verhanden wäre bzw. immer wieder ins Gedächtnis gerufen würde.
 

Weshalb sollte der Diabetiker seine Füße dem med. Fußpfleger anvertrauen?

Wenn der Diabetiker seine Füße selbst behandelt, ist die Verletzungs- und somit Infektionsgefahr z.B. beim Schneiden der Nägel und Entfernen der Hornhaut besonders groß, zumal der Zuckerkranke aufgrund des durch die diabetische Erkrankung gestörten Sehvermögens ins Gewebe schneiden kann, aufgrund der herabgesetzten Schmerzempfindung diese Verletzung nicht registriert und demzufolge keine Wundversorgung vornimmt. Wochenlang nehmen manchmal die betroffenen Patienten Verletzungen nicht wahr. Die Folgen können, wie schon dargestellt, fatal sein. Deshalb ist es unbedingt notwendig, dass der Diabetiker seine Füße einem med. Fußpfleger anvertraut, besonders dann, wenn er Problemfüße hat. Extrem wichtig ist eine regelmäßige und somit Fußproblemen vorbeugende Fußpflege. Der Diabetiker muss die Zeitabstände zwischen den Behandlungen so kurz wählen, dass er zur Fußpflege geht, noch bevor es zu Problemen wie beispielsweise Hornhaut und Hühneraugen kommt. Die enge Zusammenarbeit zwischen med. Fußpfleger, Arzt und Orthopädieschuhmacher ist hierbei von größter Bedeutung.
 

Worauf muss bei der Fußpflege geachtet werden?

Eine der ersten Aufgaben des med. Fußpflegers nach der Desinfektion der Füße, z.B. mit Sterillium, ist die gründliche Untersuchung der Füße, der Strümpfe und des Schuhwerks mit anschliessender Beratung. In diesem Zusammenhang muss darauf hingewiesen werden, dass zu heißes Baden der Füße vermieden werden muss, der unheilvolle Reiz von Heftpflastern nicht unterschätzt werden darf, nur außerordentlich gut sitzendes Schuhwerk und nicht zu enge Strümpfe getragen werden dürfen. Eine etwas dickere Naht an der Strumpfspitze kann schon ein Hühnerauge hervorrufen. Der Diabetiker, besonders der ältere, soll täglich seine Füße kontrollieren, an der Fußsohle wenn nötig mit einem Spiegel.

Eine unbeachtete Blase am Fuß kann zu einer Teilamputation führen! Der Diabetiker sollte auch schon bei kleineren Verletzungen sofort den Art aufsuchen. Voraussetzung für die Arbeit am Fuß sind hygienisch einwandfreie Werkzeuge. Die Edelstahlinstrumente und die einwandfreien Fräser müssen entweder sterilisiert oder mit den vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Mitteln desinfiziert worden sein, um eine Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern.

Empfehlenswert ist ein Autoclav mit einem Tray-System, bei dem die Instrumente in geschlossenen Kasseten bis zu vier Wochen lang steril aufbewahrt werden können. Ein weitverbreitetes Fußübel sind eingewachsene Nägel die auch bei Stoffwechselgesunden zu gefährlichen Vereiterungen führen können. Leider gehen viele erst dann zur Fußpflege, wenn akute Schmerzen entstanden sind. Wenn bei einem Diabetiker die Gefahr besteht, dass seine Fußnägel einwachsen könnten, dann ist beispielsweise eine Onyclip-Spange, die zur Korrektur einfach auf den Problemnagel geklebt wird, unerläßlich. Somit wird das vorprogrammierte Übel sozusagen an der Nagelwurzel gepackt. Nicht zu empfehlen ist bei Diabetikern die bilaterale Spange nach Frazer, weil hierbei in dem empfindlichen Gewebe Druckstellen entstehen könnten. Besonders dann, wenn sich starke Verhornungen im Nagelfalz bilden, möglicherweise ein schmerzendes Hühnerauge in diesem schwer zu behandelnden Bereich sich anzusiedeln droht, sollte ein nicht aggressiver, med. Nagelweicher empfohlen werden, der entzündungshemmende Substanen wie z.B. Bisabolol enthält.



Sehr häufig ist auch die Nagelhaut des Diabetikers extrem dick, trocken und neigt zum Einreißen, In diesem Fall sollte die überschüssige Nagelhaut ganz vorsichtig mit einem Diamantschleifer entfernt werden. Derartige Problemzonen dürfen nicht übersehen werden. Sehr leicht kann nämlich durch einen Riss der Nagelhaut eine Infektion mit schweren Folgen entstehen. Vorbeugend kann hier beispielsweise eine med. Nagel und Hautschutzcreme, die die Nagelhaut wieder elastisch macht, hervorragende Dienste leisten. Sollte trotz umsichtiger Vorsichtsmaßnahmen dennoch ein Hühnerauge entstanden sein, so kann der med. Fußpfleger es leicht z.B. mit einem Capron-Hühneraugen- und Hornhautmeißel entfernen. Es sollten auf jeden Fall Instrumente mit auswechselbaren Klingen verwendet werden, so das bei jeder Behandlung mit einer neuen, sterilen Klinge gearbeitet werden kann, außerordentlich wichtig bei der ambulanten Fußpflege.
 

Bei 70% der Zuckerkranken, besonders bei längerer Diabetesdauer, wird eine diabetische Neuropathie festgestellt. Ein Frühzeichen hierfür ist das Erlöschen der Schweißsekretion, bedingt durch eine Störung des vegetativen Nervensystems, das beim Stoffwechselgesunden die Schweißsekretion vermittelt. Die Folge ist eine starke Austrocknung der Haut, wodurch Infektionen begünstigt werden. Darüber hinaus verdickt sich in dem Zusammenhang die Haut, es entstehen Druckstellen und Hornhautschwielen.


Bei unbehandelten, trockenen Verhornungen an den Fersen können sogenannte Rhagaden entstehen, die nicht selten so tief sind, dass sie anfangen zu bluten. Diese Fersenrisse sind ein weitverbreitetes, bei Stoffwechselgesunden sehr schmerzhaftes Übel, das beim Diabetiker durch die gestörte Schmerzwahrnehmung allerdings nicht rechtzeilig erkannt wird und somit zu schweren Infektionen und der gefürchteten Gangrän führen kann.
 

Prophylaxe

Nur das regelmäßige, vorsichtige Abtragen der Hornhaut mit einem Skalpell durch einen med. Fußpfleger kann den Zuckerkranken vor den gefürchteten Komplikationen bewahren. Der med. Fußpfleger muss den Diabetiker darüber aufklären, dass er auf keinen Fall zur Auflösung von Hornschwielen oder Hühneraugen aggressive, salicylhaltige Präparate verwenden darf. Auch beim Stoffwechselgesunden können diese Produkte große Schäden anrichten, da sie nicht nur die Hornhaut angreifen, sonden auch das gesunde Gewebe zerstören. Beim Diabetiker kann nach einer solchen Behandlung eine Infektion sehr leicht auftreten, Wenn durch mangelhafte Prophylaxe oder durch eine Verletzung ein Ulkus entstanden ist, wird der Fuß ruhiggestellt. Der Arzt verordnet Antibiotika. Unter seiner Aufsicht wird die Hornhaut, die um dieses Ulkus herumragt, abgetragen. Die Hornhaut würde sonst auf das darunterliegende Gewebe drücken, so dass eine Heilung, die am Rande des kranken Gewebes beginnt, nicht stattfinden könnte. Eine ständige Druckentlastung ist die einzige Möglichkeit, eine Wiederholung dieses Problems zu verhindern, Beim Diabetiker ist es außerordentlich wichtig, die Gefahrenzonen mit den entsprechenden Druckschutzartikeln so zu polstern, dass es zu den genannten Problemen erst gar nicht kommen kann. Nicht jeder Druckschutzartikel ist allerdings hierbei geeignet. Hühneraugen- und Ballenringe aus relativ festem Filz beispielsweise könnten zusätzliche Druckstellen hervorrufen. Es ist deshalb ratsam, die empfindlichen Diabetikerfüße an den entsprechenden Stellen stattdessen z.B. mit weichem Tubifoam (Schaumstoffschlauch) zu polstern.
 

Gesundheitsnetzwerke

Bei ausgepragter Deformierung der Füße sollte der med. Fußpfleger dem Diabetiker dringend raten, zum Facharzt zu gehen, um gegebenenfalls orthopädische Schuhe verordnet zu bekommen, die um die Füße des Diabetikers herumgebaut werden, um sie schön weich einzubetten.

Abschließend muss noch einmal betont werden: Keine Experimente! Die Prophylaxe steht in der med. Fußpflege beim Diabetiker an erster Stelle. Um den gefürchteten Komplikationen vorzubeugen, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Fußpfleger, Arzt und Orthodädieschuhmacher zwingend notwendig. Nach Schätzungen vieler Fachleute könnte somit die Amputationsrate ca. um die Hälfte gesenkt werden.


www.liv-nds.de

.

Gehbehindert Einlagen Schuhmacher Orthopädie Orthopaedie, Hannover Gesundheit Handwerk Schuh Schuhtechnik Medizin Fußpflege Innung Orthopädie Orthopaedie-Schuhtechnik Orthopädie-Schuhtechnik Rehabilitation orthopaedic technology Prothese Orthese prosthesis Körperbehinderte Bundesinnungsverband für Orthopädie-Schuhtechnik, Gesundheit Orthoprothesen Fräsen Gesundheitshandwerk Ausbildung Bundesinnungsverband Innungsverband Schulen
www.dewezet.de Realisation: http://webservice.dewezet.de