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Fußdruckmessung
Werkstatt oder Bildschirm – wohin geht der Beruf?
Elektronische Fußdruckmessung im Arbeitsbereich des Orthopädieschuhmachers – Zukunftsmusik oder längst Realität? Die Frage, ob der Orthopädieschuhmacher heute am Computer oder in der Werkstatt arbeitet, zeigt: Unser Beruf ist im Wandel.
Zukunftsorientiertes Denken ist längst Teil unserer täglichen Praxis geworden. Gerade bei der Versorgung des diabetischen Fußes ist besondere Sorgfalt gefragt – nicht als Sonderfall, sondern als verantwortungsvoller Teil unseres Alltags. Der Computer wird dabei nicht nur zur technischen Unterstützung genutzt, sondern auch als Instrument, das sowohl die Nachsorge verbessert als auch langfristig Kosten senken kann.
Warum Druckmessung bei Diabetes unverzichtbar ist
Etwa 3 bis 4 % der Bevölkerung in Westeuropa sind Diabetiker – bei Langzeitdiabetikern treten in rund 10 % der Fälle schwerwiegende Fußschäden auf. Diese führen häufig zu stationären Klinikaufenthalten. Die Ursache sind oft Druckulcera, ausgelöst durch hohe Druckwerte an typischen Stellen der Fußsohle.
Das Problem: Diabetisch-neuropathische Füße sind schmerzunempfindlich. Betroffene bemerken Druckstellen nicht rechtzeitig, kaufen unpassendes Schuhwerk – mit teils dramatischen Folgen bis hin zur Amputation.
Konservative Maßnahmen zur Entlastung reichen in vielen Fällen nicht aus. Eine objektive Beurteilung der tatsächlichen Druckverhältnisse ist mit bloßem Auge kaum möglich – hier kommt die elektronische Messung ins Spiel.
Wie elektronische Fußdruckmessung funktioniert
Die elektronische Fußdruckmessung erweitert das handwerkliche Spektrum des Orthopädieschuhmachers entscheidend. Verschiedene Systeme sind im Einsatz, besonders aussagekräftig ist jedoch die Druckmessung im Schuh.
Dabei wird eine individuell zugeschnittene Messsohle eingesetzt – entweder im Versorgungs- oder im Neutralschuh. Mit einer Sensorendichte von bis zu 960 Einzelmesspunkten lassen sich punktuelle Spitzenbelastungen exakt erfassen.
So kann der Druckverlauf beim Gehen präzise dargestellt werden. Die Messung erfolgt idealerweise vor und nach einer orthopädieschuhtechnischen Maßnahme – nur so lässt sich die Wirksamkeit der Versorgung objektiv beurteilen und weiter verbessern.